Krise im Südsudan
und Sudan
Nothilfe für Kinder in zwei der schlimmsten Krisen der Welt
Während die Welt auf andere Krisen blickt, kämpfen Millionen Familien im Südsudan und im Sudan ums Überleben. Zwei Länder, zwei Krisen, eine Gemeinsamkeit: Es sind die Kinder, die am stärksten leiden. Weitgehend unbemerkt. Weitgehend vergessen.
Südsudan: Hunger, Cholera und kein Ende des Leidens
Über zehn Millionen Menschen brauchen 2026 humanitäre Hilfe im Südsudan. Zwei Drittel der gesamten Bevölkerung. Ein ganzes Land am Limit.
Jahrelange Konflikte, Rekordüberschwemmungen und ein kollabierendes Gesundheitssystem haben die Lage ins Bodenlose getrieben. Seit Herbst 2024 breitet sich der größte Cholera-Ausbruch seit der Unabhängigkeit 2011 über das Land aus. Bis November 2025 wurden über 96.000 Erkrankte und fast 1.600 Todesfälle registriert.
Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren: Über zwei Millionen von ihnen sind akut von Mangelernährung bedroht. Wer schon geschwächt ist, hat gegen Cholera kaum eine Chance.
Laut dem IPC-Bericht vom November 2025 könnten bis zur Hungerperiode 2026 rund 7,5 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung. In Teilen von Upper Nile und Jonglei herrschen bereits katastrophale Bedingungen mit dem realen Risiko einer Hungersnot.
Gleichzeitig sind 1,9 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht, weitere 2,3 Millionen haben Zuflucht in Nachbarländern gesucht. Familien, die mit ihren Kindern in überfüllte Lager fliehen, finden dort kaum Schutz: kein sauberes Wasser, keine ausreichende medizinische Versorgung.
Sudan: Die größte Vertreibungskrise der Welt
Seit April 2023 herrscht Krieg im Sudan. Die Folgen sind verheerend: Fast 34 Millionen Menschen brauchen 2026 humanitäre Hilfe. Mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung.
Über elf Millionen Menschen sind innerhalb des Sudan auf der Flucht. Damit ist das Land zur größten Binnenvertreibungskrise der Welt geworden. Weitere drei Millionen haben in Nachbarländern Zuflucht gesucht, viele davon im ohnehin überlasteten Südsudan.
In Darfur spitzt sich die Lage weiter zu. Neue Gewaltwellen treiben Tausende Menschen in abgelegene Gebiete. Rund zwei Drittel der Vertriebenen sind Kinder, viele fliehen ohne ihre Eltern.
Hunger und Krankheit verschärfen das Leid. In Teilen von Darfur und Kordofan wurden Hungersnot-Bedingungen bestätigt. Cholera hat sich auf alle 18 Bundesstaaten ausgebreitet: Bis November 2025 wurden über 124.000 Fälle und mehr als 3.300 Todesfälle registriert.
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Was wir gemeinsam bewirken
World Vision ist seit 1989 im Südsudan. Seit über 35 Jahren. Durch Konflikte, Hungersnöte und Überschwemmungen hindurch. Wir kennen das Land, seine Menschen und seine Strukturen. Und wir bleiben.
So helfen wir

Medizinische Nothilfe und Cholera-Behandlung
World Vision betreibt Cholera-Behandlungszentren im gesamten Südsudan, schult Gesundheitspersonal und versorgt Kliniken mit dem Nötigsten.

Sauberes Wasser und Hygiene
Ohne sauberes Wasser gibt es keinen Schutz vor Cholera. Wir bauen Wasserstellen auf, verteilen Hygienekits und schulen Gemeinschaften, damit Krankheiten gar nicht erst die Chance haben, sich auszubreiten.

Nahrungsmittel und Ernährung
Wir verteilen Lebensmittelpakete, fördern lokale Landwirtschaft und behandeln mangelernährte Kinder in Ernährungszentren. Neun von zehn behandelten Kindern erholen sich vollständig.

Kinderschutz
Für Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder Gewalt erlebt haben, schaffen wir geschützte Räume, bieten psychosoziale Begleitung und setzen uns gegen Kinderrekrutierung durch bewaffnete Gruppen ein.

Psychosoziale Unterstützung
Trauma ist unsichtbar, aber real. Wir bieten seelische Unterstützung und helfen Familien dabei, wieder Halt und Stabilität zu finden.
