550 Kinder, eine Schule, neue Chancen.

Kein Strom. Keine Hefte. Keine Buntstifte.
550 Kinder an einer Grundschule in der Provinz Aleppo. Bis vor kurzem war das ihr Alltag.

Ein Land im Wiederaufbau

Mehr als 14 Jahre Krieg haben Syrien zerstört. Im Dezember 2024 brachte der Sturz des Assad-Regimes einen politischen Wendepunkt. Familien kehren zurück. Kinder gehen wieder zur Schule. Doch die Not ist noch lange nicht vorbei.

16,5 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, neun von zehn leben in Armut. Seit dem Machtwechsel sind über drei Millionen Menschen nach Syrien zurückgekehrt. Die Rückkehr bringt Hoffnung, aber auch enormen Druck auf eine Infrastruktur, die dem Krieg kaum standgehalten hat. 9,1 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Und 2,45 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu Bildung.

Besonders dramatisch ist die Lage im Bildungsbereich: Über 7.000 Schulen sind beschädigt oder zerstört – rund jede dritte Schule im Land. Vor 2011 lag die Grundschulbesuchsrate bei fast 98 Prozent. Heute schließt ein Drittel der eingeschulten Kinder die Grundschule nicht ab. 7,4 Millionen Kinder sind von der Krise betroffen.

World Vision ist seit 2011 in der Syrienkrise aktiv und hat seither mehr als 7,5 Millionen Menschen erreicht. Allein 2025 waren es 4,2 Millionen, darunter 2,5 Millionen Kinder. Die Provinz Aleppo, in der Familien in besonders großer Zahl zurückkehren, ist eines der Gebiete, in denen der Bedarf an Unterstützung für Schulen besonders hoch ist.

An einer Grundschule in Aleppo

Eine dieser Schulen ist eine Grundschule in der Provinz Aleppo. 550 Kinder lernen hier. Viele von ihnen stammen aus Familien, die erst vor kurzem zurückgekehrt sind. Die Schule hatte keinen Zugang zu Elektrizität. Im Nachmittagsunterricht saßen die Kinder in dunklen Räumen. Schulmaterial? Mussten die Familien selbst besorgen, doch viele konnten sich nicht einmal Hefte leisten. Sportunterricht fand praktisch nicht statt, weil es an Bällen, Seilen und allem anderen fehlte.

Was wir gemeinsam verändern konnten

Mit Spenden aus Österreich konnte World Vision vier Maßnahmen umsetzen, die den Schulalltag dieser 550 Kinder grundlegend verändert haben.
Jedes Kind erhielt ein Set aus Heften, Buntstiften, Kugelschreibern und Bleistiften. Für viele war es das erste eigene Schreibset seit Jahren.
Dazu bekam die Schule Fußbälle, Basketbälle, Springseile und Badmintonschläger. Sportunterricht ist seitdem wieder möglich und gibt den Kindern einen Ausgleich, der weit über Bewegung hinausgeht.

Zu Beginn des zweiten Semesters erhielten alle 550 Kinder Datteln und traditionelles Dattelgebäck. Die Verteilung fand kurz vor dem Ramadan statt und motivierte Familien, ihre Kinder weiterhin in die Schule zu schicken.
Und auf dem Dach einer benachbarten Sekundarschule wurden Solarpanels installiert, die jetzt beide Schulen mit Strom versorgen. 23 LED-Lampen bringen Licht in die Klassenzimmer. Zum ersten Mal können auch Kinder im Nachmittagsunterricht unter ordentlichen Bedingungen lernen.

Licht, das bleibt

550 Kinder gehen heute in eine Schule, die funktioniert. Mit Heften, mit Bällen, mit Licht. Das klingt bescheiden. Aber in einem Land, in dem 2,45 Millionen Kinder keinen Zugang zu Bildung haben, ist es alles andere als selbstverständlich.
Syrien steht am Beginn eines Neuanfangs. Ob dieser Neuanfang gelingt, hängt auch davon ab, ob Kinder wie diese 550 Mädchen und Buben heute die Bildung bekommen, die sie morgen brauchen. Diese eine Schule zeigt, was möglich wird, wenn Menschen in Österreich und Teams vor Ort zusammenarbeiten. Endlich Hoffnung. Für 550 Familien und für ein Land, das sie dringend braucht.

Vielen Dank für deine Unterstützung!

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