Erdbeben in Venezuela

Erdbeben der StärKe 7,5 Erschüttert Venezuela

Am 24. Juni erschütterten zwei Erdbeben der Stärke 7,5 weite Teile Venezuelas. Gebäude stürzten ein. Familien flohen auf die Straße. Krankenhäuser sind überfüllt. Kinder sitzen in der Dunkelheit. Manche haben ihr Zuhause verloren. Alle haben Angst.

„Wir saßen im Kino, mitten in einem Film, als plötzlich alles dunkel wurde und zu schwanken begann. Kinder schrien vor Angst. In der Dunkelheit war der Ausgang kaum zu finden. Das Beben dauerte zwei bis drei Minuten. Es fühlte sich endlos an. Ich versuchte, ruhig zu bleiben, und führte meine kleinen Schwestern ins Freie. Krankenhäuser sind überfüllt, Patienten werden auf der Straße behandelt. Die Regierung hat den Schulbetrieb für den Rest der Woche ausgesetzt und den Notstand ausgerufen.“ 
Luis Colmenarez, Emergency Communications Specialist, World Vision Venezuela 

Einen Monat nach dem Beben
Einen Monat nach den Erdbeben zählt Venezuela mehr als 5.000 Tote, über 16.700 Verletzte und fast 18.000 Menschen ohne Zuhause. Die akuten Such- und Rettungsarbeiten sind abgeschlossen. Jetzt beginnt eine ebenso schwierige Phase: der Wiederaufbau.

Mehr als 400 Schulen wurden beschädigt, für viele Kinder ist der Unterricht weiterhin unterbrochen. Fachleute warnen: Wenn belastende Erfahrungen in der Kindheit nicht rechtzeitig aufgefangen werden, können sie ein Leben lang nachwirken. Genau deshalb reicht Überleben allein nicht aus. Kinder brauchen jetzt auch emotionale Stabilität, Schutz und die Rückkehr zu einem sicheren Alltag.

WAS WORLD VISION JETZT TUT 

Der Fokus liegt jetzt klar auf Kinderschutz, psychosozialer Unterstützung, sicheren Notunterkünften sowie Wasser, Hygiene und Nahrung (WASH). Erste Einschätzungen zeigen erhebliche seelische Folgen bei Kindern: Angst, Unsicherheit und die ständigen Nachbeben belasten sie schwer.

„Solidarität macht in Venezuela einen echten Unterschied. Dank des Einsatzes unserer Mitarbeitenden, Freiwilligen, Kirchen und Partner erreichen wir Tausende Menschen, die von dieser Katastrophe betroffen sind. Doch das Ausmaß dieser Notlage verlangt anhaltende Unterstützung. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass jedes Kind und jede Familie Schutz, Hoffnung und die Möglichkeit findet, das eigene Leben in Würde wieder aufzubauen.“
– Peter Gape, National Director World Vision Kolumbien und Venezuela

Mit deiner Spende ermöglichst du, dass betroffene Familien rasch das Notwendigste bekommen und dass Kinder wieder Halt finden.

World Vision ist seit 2019 in Venezuela aktiv. Unsere Teams kennen das Land und arbeiten mit einem Netzwerk lokaler Partner und Kirchen zusammen. So erreicht Hilfe auch Gemeinden, die sonst schwer zugänglich sind.

Besondere Sorge bereitet das Gesundheitssystem, das schon vor den Beben an seiner Belastungsgrenze war und nun zahlreiche Verletzte versorgen muss.

Jeder Euro zählt. Spende jetzt

Was deine Hilfe schon bewirkt

Einen Monat nach dem Beben hat World Vision mehr als 44.000 Menschen aus rund 6.500 Familien erreicht, durch über 76.000 einzelne Hilfsmaßnahmen. Im Mittelpunkt standen Nahrungsmittel, sauberes Wasser und Hygiene, der Schutz von Kindern sowie Notunterkünfte.

Mehr als 13.000 Kinder wurden durch gezielte Kinderschutz-Maßnahmen direkt erreicht. In kindgerechten Schutzräumen fanden rund 1.700 Kinder und Jugendliche psychosoziale Unterstützung. Mehr als 40.000 Menschen erhielten Nahrungsmittelhilfe, und über 15.000 Menschen wurden mit sauberem Wasser und Hygieneartikeln versorgt.

Getragen wird die Hilfe von Esperanza Sin Fronteras, einem Netzwerk aus mehr als 2.000 Freiwilligen aus Kirchengemeinden, sowie von der Partnerschaft mit dem Welternährungsprogramm (WFP).

Bildung in der Nothilfe
Mehr als 400 Schulen wurden durch die Erdbeben beschädigt. Für viele Kinder in Venezuela war der Schulbesuch schon vorher keine Selbstverständlichkeit. World Vision setzt deshalb jetzt einen neuen Schwerpunkt: Bildung in der Nothilfe. Dazu gehören psychosoziale Unterstützung für Kinder, Eltern und Lehrkräfte, Schulmaterial, provisorische Lernorte und der Wiederaufbau beschädigter Schulen.

„Keine Familie sollte je zwischen dem Ernähren ihrer Kinder und dem Schutz ihrer Kindheit wählen müssen. Jedes Nahrungsmittelpaket, jeder sichere Ort trägt dazu bei, Risiken wie Kinderarbeit oder Schulabbruch zu verhindern. Das ist die Art von Wiederaufbau, die wirklich etwas verändert.“
– Peter Gape, National Director World Vision Kolumbien und Venezuela